Elektronische Ohrmarke

In einem österreichweiten Projekt prüfen wir momentan den Einsatz von elektronischen Ohrmarken.
Als Pilotprojekt entwickelte die EZG Gut Streitdorf mit der Firma Sapro eine Elektronische Ohrmarke, die zu einigen Neuerungen in der Tierkennzeichnung führen soll. Diese elektronische Ohrmarke unterscheidet sich äußerlich kaum von der gewohnten Ohrmarke, enthält aber einen RFID- Chip, der im UHF-Bereich arbeitet (868 MHZ) und mit einem 24-stelligen Code programmiert wird. In diesem Code sind die Länder- und Bundesländernummer sowie die LFBIS-Nummer des Herkunftsbetriebes und eine laufende Nummer enthalten.

Mithilfe eines Android-Tablet sowie einem UHF-RFID-Lesegerät ist eine Erfassung der elektronischen Ohrmarken möglich. Durch die speziell programmierte App können die elektronischen Ohrmarken zu den einzelnen Ferkeln eines Wurfes und deren Elterntieren automatisch zugeordnet werden. Damit ist eine rasche und unkomplizierte Jungsauenselektion möglich. Belegen, Abferkeln, Absetzen, Verlust- und Anomalieneingabe sind über das Tablet schnell erfasst. Die Daten werden umgehend in den Internetsauenplaner (ISP) eingespielt und stehen sofort für Auswertungen, Wochenpläne und Herdenanalysen zur Verfügung.

Auch am Schlachhof findet die elektronische Ohrmarke Anwendung. Hier erfolgt das Auslesen und die Einbindung der Daten des Chips in die Software am Schlachthof vollkommen automatisch. Spezielle RFID-Leseantennen verarbeiten die von den Antennen empfangenen Daten und schicken sie über eine Schnittstelle direkt an die ÖFK-Schlachthofsoftware. Der Zeitpunkt des Auslesevorganges bzw. der Datenweiterleitung ist ident mit dem Zeitpunkt des Verwiege- und Klassifizierungsprozesses der einzelnen Schlachtschweine. Damit ist eine einwandfreie Zuordnung gewährleistet, die auch noch durch zusätzliche Plausibilitätskontrollen abgesichert ist.